EC Cash anbieten, ja oder nein? Diese Frage sollte sich eigentlich kein Händler mehr stellen. Kein EC Cash anzubieten ist in etwa das Gleiche als wenn ein Online-Händler kein Pay-pal anbietet. Betrachten Sie als stationärer Händler oder Dienstleister EC Cash als Ihr Pay-pal. Der Kunde oder Gast möchte nicht mehr auf die Form der elektronischen Zahlung verzichten. Selbst Aldi musste nach vielen Jahren EC Cash anbieten, weil die Kunden lieber zu Mitbewerbern gegangen sind wo ihr Plastikgeld akzeptiert wurde. Die Frage sollte also nicht lauten, ob Sie EC Cash anbieten, sondern welches Gerät, System (Apps) Sie nutzen, und ob Sie es kaufen oder mieten?

Für den Leser: EC = Electronic Cash, in diesem Fall ist EC – Cash quasi eine Dopplung; allerdings habe ich festgestellt, dass „EC Cash“ bei Google ein Top-Suchbegriff und im Sprachgebrauch auch absolut üblich ist. Und da ich möchte, dass dieser Artikel gefunden und auch gelesen wird habe ich mich für diese Schreibweise entschieden.

Was kann so ein EC Cash Terminal?

EC Cash Terminals

können weitaus mehr als viele Unternehmer überhaupt wissen. Es gibt Terminals, die mittels einer SIM-Karte, W-LAN (mobile Geräte) oder klassisch über das Telefonnetz (stationär) funktionieren. Alle Geräte haben ihre Vor- und Nachteile.

W-LAN Terminals

sind super für Gastronomen, die ihre Gäste am Tisch auf der Außenterrasse abkassieren möchten; sie sind schnell in der Datenverarbeitung und müssen sich nicht erst lange in ein Telefonnetz einwählen. Auch an der Kasse ist Zeit Geld: spätestens wenn die ersten Kunden sich genervt umdrehen, die Zeitung und den Mars-Riegel wieder ins Regal legen und gehen, weil der Kassiervorgang  zu lange dauert. SIM-Karten EC Cash Terminals sind genauso wie W-LAN Terminals kabellos, allerdings mit dem Unterschied, dass man ein EC Cash Gerät mit einer SIM-Karte auf einem Bierwagen zur Messe oder auf einen Marktplatz mitnehmen kann.

Hervorzuheben ist auch die Prepaid-Funktion von EC-Cash-Terminals. Bei vielen Anbietern können Sie zusätzlich Verträge abschließen, um  auch mit Ihrem EC Cash-Terminal Prepaid-Produkte anbieten zu können. Die gängigsten Prepaid-Produkte sind:

  • Paysafe
  • Itunes
  • Google Play
  • T-Mobile, Vodafone, Simyo, E-Plus Base  und Congstar

Der große Vorteil dabei ist, dass die Verkaufs-Provisionen die Sie hier aushandeln können, deutlich höher sind (bis zu 4%) als, das was viele  Händler aus dem Bereich Kiosk, Spätkauf oder Tankstelle gewohnt sind. Diese Händler verkaufen meistens ihre Prepaid-Produkte über eva (electronic value) oder bieten sie über ihren Zeitungsgrossisten an mit 0% Provision an. Die Vertreter der Grossisten sagen dem Händler dann meistens, dass Prepaid anzubieten“nice to have“ ist, um Kunden über Cross-Selling ins Geschäft zu bekommen. Dummerweise sind Lotto, Hermes, Zeitungen, Zigaretten alles „nice to have“- Artikel, um Kunden in ihr Geschäft zu locken. Und so kann es nicht schaden, auch hier zu rechnen. Auf 20000 € Prepaid-Umsatz im Jahr kommen schnell 500 € Provision, die Sie sonst nicht hätten, und 20000 € sind wirklich schnell erreicht.

[sociallocker]

Ich arbeite mit der Firma Teco Zahlungssysteme zusammen, die wiederum als Vertragspartner für ihre EC Cash-Geräte die Firma M&M- Werbeagentur GmbH Telefonkartenmarketing als Partner hat. Diese Information stammen aus eigenen Erfahrungen und nicht vom Hörensagen.  Die Provisionen für Prepaid-Produkte sind hier sehr gut. An dieser Stelle möchte ich keine kostenlose Werbung für die Firma Teco machen, jedoch waren und sind meine Erfahrungen dort bisher sehr positiv!

Ein weiterer wichtiger Service den Sie bei der EC Cash Abrechnung nutzen sollten, ist Accounting.

Was ist Accounting bei einem EC Cash Terminal?

Mit der Accounting-Funktion (diese richten Sie über Ihren EC Cash-Anbieter ein) sparen Sie einiges an Bankgebühren. Hier werden Ihre Einnahmen-Buchungen gesammelt und auf dem Server des EC-Cash Anbieters  gespeichert, in der Regel eine Woche. Keine Angst: Sobald der Kunde seine PIN eingegeben hat, ist das Geld sicher. Es kann auch nicht gelöscht werden falls das Gerät abstürzt, und für den Fall der Fälle müssen Sie die EC – Belege für Ihre Buchhaltung sowieso aufheben. Wenn Sie also je nach Ihren Öffnungszeiten Ihre Terminal-Abrechnung Samstag oder Sonntag nach Geschäftsschluss machen, erscheint das Geld nach zwei bis drei Werktagen auf Ihrem Konto. In meinen Unternehmen war es meist am Mittwoch auf den Konten.

Warum sollten Sie Accounting unbedingt nutzen?

Es ist ein Kostenfaktor. Auf die Kostenfaktoren des EC Cash Terminals gehe ich weiter unten noch ausführlicher ein. Ihre Hausbank berechnet Ihnen für jede Buchung auf Ihr Geschäftskonto in der Regel zwischen 0,25 und 0,70 € und jetzt stellen Sie sich vor, Sie haben 10 bis 20 Zahlungen am Tag (oder sogar mehr). Dazu kommen dann noch die Transaktionskosten von 0,08 bis 0,25 €.

Folgende Rechenbeispiele (mit Durchschnittswerten): Eine Kundin kauft bei Ihnen eine  Congstar-Karte für 15 € und zahlt mit ihrer EC Karte: bei 1,5 % Provision beträgt Ihre Bruttomarge 0,225 €. Die Kosten für diese Buchung auf Ihr Geschäftskonto betragen 0,50 €, die Transaktionsgebühr liegt bei 0,15€. Allerdings kostet Ihr EC – Gerät Miete, Sie haben Bonrollen, Telefonkosten (SIM oder Telefongerät), und wenn Sie Eigentümer sind eine monatliche Servicegebühr von in der Regel 6,90 € bis 9,90 €. Das genau zu berechnen ist jetzt übertrieben, doch mit einer Pauschale von 0,05 € pro Transaktion liegen wir auf keinen Fall falsch.

Kostenart in € von 15€ Umsatz TelefonkarteEinnahmen in € von 15€ Umsatz TelefonkarteErgebnis in € von 15€ Umsatz Telefonkarte
Transaktionsgebühr 0,15Provision 0,225
Kontobuchung 0,50
Pauschale für Bonrolle, Telefongebühr und Miete 0,05
Gesamt = - 0,70Gesamt = 0,225Gesamt = -0,475

Fazit: Sie machen 0,475 € Verlust an 15 € Umsatz. Das Gleiche widerfährt Ihnen, wenn Sie Zigaretten verkaufen an drei Pall Mall Big Boxen zum Beispiel. Auch da ist Ihre Marge nicht viel höher.

Mit dem Accounting und vielen Zahlungen hätten Sie wenigstens noch ca. 2 Cent Provision und davon müssen Sie noch 19% Umsatzsteuer abführen. Das Verkaufen von Telefonkarten ist genau wie bei Briefmarken für den Kunden mehrwertsteuerfrei (0 %),  allerdings müssen Sie auf Ihre Provision 19 % Umsatzsteuer abführen.

Mieten vs. kaufen und die liebe Vertragslaufzeit

Grundsätzlich kann ich Ihnen von Verträgen, die eine längere Laufzeit von mehr als 12 – 24 Monaten haben, nur abraten. Es gibt  genügend Anbieter, die auch eine kurze Laufzeit mit guten Kondition anbieten. Meiner Erfahrung nach waren die Terminals der Sparkassen und anderen Banken wie der Deutschen Bank mit Abstand die teuersten und auch die mit der längsten Vertragsbindung. Dort gab es  Staffelungen, wenn Sie das Gerät für 60 Monate gemietet haben und der Mietpreis war mit bis zu 20 € monatlich am günstigsten; bei unter 24 Monaten wurden doch tatsächlich bis zu 70€ berechnet. Mittlerweile halten sich die Banken mit ihren Terminal-Preisen auf ihrer Webseite zurück. Aus gutem Grund, da sie wissen, dass sie im Internet nicht mit den „freien“ Anbietern konkurrieren können. Hier lesen Sie dann Sätze wie „Machen Sie einen Termin“ oder „Lassen Sie sich ein unverbindliches Angebot erstellen„. Aber auch bei den Anbietern im Internet müssen Sie aufpassen: diese locken mit Dumpingpreisen, um bei den Preisvergleichsportalen oben gelistet zu werden. Dort steht dann „0,00 € Miete im Monat“ und etwas kleiner in der Nähe „Bis zum 30.08.- “ oder ähnliches, zumeist sind es jedoch drei Monate und dann werden 19,99 € (oder auch mehr) Miete monatlich fällig. Das dann allerdings über die gesamte Vertragslaufzeit. Eine Servicepauschale kann auch noch dazu kommen, die in der Regel bei 6,90 € anfängt.

Mögliche Kosten bei einem EC Cash Terminal:

  • Kaufpreis (bei einem günstigen Terminal wie z.B. Ingenico  ist ein Kauf immer die bessere Wahl)
  • Miete (sehr unterschiedlich, je nach Gerät, Vertragslaufzeit und vereinbarter Transaktionsgebühr kann diese auch gestaffelt sein 1-1000 = 0,12 € oder 1000-10000 = 0,09 € usw.)
  • Transaktionsgebühr ( auch sehr unterschiedlich bei sehr günstigen Anbietern ab 0,08€ pro Transaktion)
  • Gebühr für die Buchung der EC Cash Einnahme auf Ihrem Bankkonto
  • Gebühr für das Accounting (ca. 2,50 € bis 3 € pro Monat)
  • bei einem W-LAN Gerät anteilige Internetkosten
  • bei einem Telefongerät die Verbindungspreise Ihres Anbieters
  • bei einem SIM-Kartengerät ca. 3 € pauschal pro Monat (bei fairen Anbietern)
  • Bonrollen (google suche nach Bonrollen)
  • und wenn wir ganz knauserig sind, rechnen wir noch die Stromkosten; diese sind allerdings marginal.

EC Cash Terminal kaufen

Ein Preisvergleich kann sich hier besonders lohnen. Sie bekommen bei ebay gebrauchte Ingenico Terminals schon ab 80 €, allerdings müssen Sie einen EC Cash Anbieter finden,  der Ihnen dann auch seine Software darauf installiert. Ich habe das für mich so gelöst, in dem ich bei der Firma TECO Zahlungssysteme (im Jahr 2010) ein Ingenico-Gerät für ca. 300 € gekauft habe und mir mit einer monatlichen Servicepauschale von 6,90 € eine Garantie gesichert habe solange ich Kunde bei Teco bin. Das heißt, sollte Ihr EC Terminal nach drei oder vier Jahren (also nach Ablauf der Garantie) einen Defekt aufweisen, bekommen Sie innerhalb von 24h ein neues EC Gerät, ohne dass Ihnen Kosten entstehen. Hochgerechnet habe ich nie mehr als 30 € Kosten im Monat für mein EC – Terminal, darin sind dann die 0,10 Cent Transaktionsgebühr (je Transaktion),  die 6,90 € Service-Pauschale und ca. 2,50 € für das Accounting enthalten. Als sich meine Anforderungen im Laufe der Jahre geändert haben, war die Firma TECO sogar so kulant und hat mein W-Lan Gerät gegen ein neues SIM-Karten Terminal getauscht und das alles ganz ohne Mehrkosten für mich. Der Grund, warum ich jetzt ein SIM-Karten EC Terminal bevorzuge ist dass das W-LAN Gerät extrem störanfällig war und sich der Kassenvorgang extrem in die Länge zog, weil ich das Terminal nach jedem Netzabbruch neu starten musste und der Verbindungsaufbau auch noch Zeit kostete.

  • Vorteile: unter Umständen günstiger als Miete, Flexibilität ohne lange Vertragslaufzeiten
  • Nachteil: Liquiditätsabfluss durch die Neuanschaffung

EC Cash Terminal mieten

Auch hier lohnt sich ein Preisvergleich, denn nur weil die Miete günstig ist, müssen die oben erwähnten Nebenkosten nicht auch günstig sein. Ich habe Mietpreise gefunden, die bei 9,99 € pro Monat lagen mit einer Transaktionsgebühr von 0,20 € je Transaktion während ein anderes Angebot eine Miete von 19,99 € pro Monat und nur 0,14 € Transaktionsgebühr aufwies. Grundsätzlich ist das Internet voll mit tollen Angeboten. Sie können ein Terminal schon ab 5,90 € mieten und bekommen einen Transaktionspreis von 0,06 €. Allerdings haben Sie dort Laufzeiten von 60 Monaten.  In der Regel liegen die Mietverträge bei einer Laufzeit von 24 Monaten, deshalb auch mein Tipp; Vergleichen Sie den Kaufpreis des EC Cash Terminals mit dem Mietpreis über Ihren Vertragszeitraum.  24 Monate x 19,99 € Miete sind 479,76 € in zwei Jahren; wenn Sie ein Gerät darunter kaufen können, würde ich diese Option bevorzugen. Achtung: Auch bei Mietgeräten kann es Anbieter geben, die eine Servicepauschale berechnen. Ich kann zwar nicht nachvollziehen warum, da es sich ja um ein Miet-Terminal handelt, allerdings kann man als Anbieter so den Mietpreis drücken und sich einen Vorteil gegenüber anderen Wettbewerbern verschaffen. Die wenigsten lesen sich wirklich den ganzen Vertrag durch. Wenn dann der erste Abrechnungszeitraum von vier Wochen verstrichen ist und die erste Rechnung kommt, können Sie ihren Vertrag nämlich auch nicht mehr kündigen.

  • Vorteile: kein Liquiditätsabfluss für eine Neuanschaffung
  • Nachteile: lange Mietverträge, keine Flexibilität, höhere Kosten
Kreditkarten über das EC Lesegerät anbieten, pro und contra

Kreditkarten über das EC Lesegerät anbieten, pro und contra. Bild: © Cello Armstrong – Fotolia.com

Maestro, Mastercard, Visa, Diners Club und Co, Kreditkarten mit einem EC Cash Terminal anbieten, ja oder nein?

An diesem Punkt kann man schlecht pauschalisieren, grundsätzlich sind Kreditkarten-Zahlungen aber sehr teuer und risikoreich für Sie. Darüber hinaus sind, die Provisionen in meinen Augen  unverschämt.  Die Kreditkartenwirtschaft bekommt Ihre Quittung bereits dadurch, dass kaum noch jemand ihre Karten akzeptiert. Lediglich Mastercard und Visa spielen in Deutschland noch eine Rolle, aber auch diese werden irgendwann durch Pay-pal oder ähnliche Payment-Systeme ersetzt werden, die dann nur noch über das Smartphone des Kunden abrechnen. Diese Konkurrenz wird auch zu einem Problem für die EC Cash Terminaltbetreiber werden, noch ist die Akzeptanz solcher Angebote bei Händlern, Dienstleistern und deren Kunden jedoch verhalten.

Somit kommen wir zu guter Letzt zu den

Alternativen für EC Cash Terminals, Apps und Kartenleser für das Smartphone

IZettle und ein toller Testbericht dazu. Weitere bekannte Anbieter sind sum up, payleven und der US-Anbieter square up.

Ich sehe, dass die Akzeptanz für diese Anbieter im Alltag einfach noch nicht angekommen ist. Trotzdem sollte man diesen Markt im Auge behalten und sich die Preise der Anbieter durchaus anschauen.  Die Preise für Händler basieren meistens auf einer Provision, die sie an den Anbieter abführen müssen. Bei iZettle sind das aktuell  0,95 % pro EC – Zahlung und 2,75 % bei Kreditkarten – und das ist schon ganz schön ordentlich! Außerdem konnte ich in Foren und Facebook-Kommentaren  lesen, dass es häufig zu Problemen beim Ausdrucken der Belege kommen kann. Somit ist das technisch wohl auch alles noch nicht ganz ausgereift.

[/sociallocker]
Zusammenfassung
EC Cash Gerät mieten oder kaufen, wer ist der richtige Anbieter?
Artikelüberschrift
EC Cash Gerät mieten oder kaufen, wer ist der richtige Anbieter?
Beschreibung
EC Cash anbieten, ja oder nein? Diese Frage sollte sich eigentlich kein Händler mehr stellen. Kein EC Cash anzubieten ist in etwa das gleiche als, wenn ein
Autor