Heute habe ich für Euch einen kleinen Businessplan um ein Massagestudio zu eröffnen, diesen Plan hat mir die erfolgreiche Gründerin zur Verfügung gestellt. Ihr könnt diesen in Grundzügen auch verwerten, wenn Ihr mobile Massagedienstleistungen anbietet. Da es sich hier um einen kleineren Plan handelt der für eine Tragfähigkeitsbescheinigung dienen sollte, reichten der Gründerin 10 bis 15 Seiten. Am Ende schreibe ich eine kleine Manöverkritik zu diesem Plan, die sich jeder durchlesen sollte, der diesen Businessplan in Teilen verwerten möchte.

Muster – Businessplan für ein Massagestudio

Inhaltsverzeichnis

I Auf einen Blick

1. Geschäftsidee

1.1. Die Geschäftsidee
1.2. Die Beweggründe
1.3. Kundennutzen
1.4. Ziele des Unternehmens

2. Gründerprofil

2.1. Fachliche und persönliche Voraussetzungen
2.2. Aufgaben des Unternehmens

3. Markteinschätzung

3.1. Marktpotential
3.2. Zielgruppe

4. Wettbewerbssituation

4.1. Konkurrenzanalyse
4.2. Stärken- und Schwächenanalyse

5. Unternehmensorganisation und Personalmanagement

5.1. Rechtsformwahl
5.2. Personalstruktur

6. Risikoanalyse

7. Finanzierung und Kapital

7.1. Dreijährige Umsatz- und Rentabilitätsvorschau
7.2. 24-monatiger Liquiditätsplan
7.3. Erläuterung zur Umsatzentwicklung

II Anhang

I Auf einen Blick

  • Gründer: (Ihre Daten)
  • Geburtsdatum: (Ihre Daten)
  • Gründungsvorhaben: (Ihre Daten)
  • Standort: (Ihre Daten)
  • Rechtsform: (Ihre Daten)
  • Firmenname: (Ihre Daten)

1. Geschäftsidee Massage-Studio

1.1 Die Geschäftsidee

Die Geschäftsidee ist die Umsetzung eines Massage-Studios welches nicht ausschließlich die gängigen, schon als normal empfundenen Massagearten anbietet. Ich möchte mit meinem Unternehmen Massage, Entspannung, und das „Abtauchen aus der Alltagssituation“ fördern indem ich meine Kunden mit der Kombination aus Massage und Ambiente in ein gewisses „Urlaubsfeeling“ versetze.

1.2 Beweggründe

Ich möchte meinen Kunden die Möglichkeit geben, sich vom Alltagsstress zu distanzieren und sich ihre wenige Freizeit auf einzigartige Art und Weise zu gestalten, die Seele baumeln zu lassen und zu entspannen. Bei den meisten Massage-Studios wird man als Kunde „abgefertigt“. Genau dieses Gefühl möchte ich meinen Kunden nicht vermitteln. Ich möchte Ihnen helfen sich wohl zu fühlen und danach wieder frisch und entspannt in den Alltag zurück zu kehren.

1.3 Der Nutzen des Angebotes für den Kunden

Der Kunde hat in Berlin und rund um meinen Standpunkt eine große Auswahl an Massagestudios, welche allerdings zum großen Teil schlechte Bewertungen auf Grund von mangelnder Kundenorientierung. Außerdem muss man, um zu den wirklich guten Masseuren zu kommen, als Gast in eins der vielen Berliner Hotels inklusive Spa/ Wellness Bereich einchecken. Diese Lücke möchte ich füllen, da ich gut ausgebildet bin kann ich ein breites Leistungsspektrum an Massagen anbieten und durch meine Pläne was das Ambiente betrifft kann ich meinen Kunden eine Wohlfühl-Garantie zu annehmbaren Preisen garantieren.

[sociallocker]

1.4 Ziele des Unternehmens und wie diese erreicht werden sollen.
(Qualitätsziele, Serviceziele, Wachstumsziele)

  • Qualitätsziele: Qualitativ sollen meine Kunden sich bei mir so gut aufgehoben fühlen wie in den Luxushotels an tollen Urlaubsorten. Durch meine kreativen Ideen für Ambiente und Ablauf der Behandlung und meine Qualifikationen im Bereich Massage/Wellness kann ich meinen Kunden umfassende Betreuung und effektive Behandlungen anbieten.
  • Serviceziele: Den Service möchte ich so aufbauen, dass jeder einzelne Kunde sich rundum gut beraten fühlt und auch die Hintergründe zur angewandten Massage kennt, statt sich planlos aus Berlins Massagestudios eines auszuwählen und im Endeffekt nicht das zu bekommen was er sich vorstellt, nämlich Entspannung und Linderung. Jeder Kunde soll sich sicher sein können, dass er bei mir gut umsorgt und betreut wird und nach der Behandlung zufrieden und entspannt das Studio verlässt. Ambiente und Ablauf der Massage sollen im Gedächtnis bleiben und zur Wiederholung verführen.
  • Wachstumsziele: Dem möglichen Wachstum meines Unternehmens stehe ich aufgeschlossen gegenüber, allerdings ist das Wachstum nicht der Hauptpunkt auf dem ich das Unternehmen aufbaue. Ich möchte ein Unternehmen ins Leben rufen, welches sich durch Leistungen und Service aus der Masse abhebt und auf das die Kunden vertrauen können.

2. Gründerprofil

2.1 Fachliche und Persönliche Voraussetzungen

Fachliche Voraussetzungen kann ich natürlich vorweisen. Ich habe mich umfassend Ausbilden lassen. Ich bin zertifizierte Massagetherapeutin und Group Fitness Trainer für Gesundheitskurse. Ich weiß wie ich auf meine Kunden zugehen und sie erfolgreich behandeln kann.

2.2 Aufgaben des Unternehmens

Die Aufgabe des Unternehmens, bzw in diesem Sinne meine Aufgabe wird es sein, Menschen im Bereich der Massage so zu behandeln, das sie sich entspannen können und Ihnen Verspannungen genommen werden, die das allgemeine Lebensgefühl herabsetzen können.
Muskulaturverspannungen können nicht nur punktuelle Schmerzen mit sich bringen sondern
noch viele weitere Symptome hervorrufen die die Lebensqualität beeinträchtigen können

3. Markteinschätzung

3.1 Größe des Marktvolumens

Im Bereich Berlin befinden sich im Umkreis um meinen Standpunkt ca 50 Unternehmen zum Bereich Massage. Allerdings handelt es sich hierbei hauptsächlich um größere Hotels die Massagen für Ihre Gäste anbieten und um kleine Massage-Unternehmen welche kaum oder gar keine Bewertungen durch Kunden vorweisen können.

3.2 Kundenkreis

Der Kundenkreis des Unternehmens ist offen für jede Person die sich entspannen möchte oder Verspannungen gelöst haben möchte. Ich fixiere mich nicht auf eine direkte Gruppe oder spezielle Verspannungsarten. Ich kann mich durch meine Ausbildung und meine Kenntnisse auf eine Vielzahl unterschiedlichster Kunden einlassen und diese entsprechend Behandeln. Massagen dienen einerseits dem Zweck, dass sie gezielt Verspannungen lösen aber auch einfach nur um das Wohlbefinden des Kunden steigern. Somit kann ich mir in fast jeder Altersklasse einen Kundenstamm aufbauen.

Maßnahmen zum Eingehen auf Kundenbedürfnisse

Maßnahmen um auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können sind, den direkten Kontakt zu den Kunden zu halten, mit Ihnen den Ablauf der Behandlung zu besprechen und ihnen mit einem Stimmigen Ambiente eine positive Erfahrung zu bieten. Außerdem werde ich für meine Kunden jederzeit ansprechbar sein. Ich möchte dass sich meine Kunden jederzeit gut beraten fühlen und mir jede Frage zu Art und Ablauf der Massage und speziellen Behandlungen stellen können. Der Kontakt zum Kunden ist mir sehr wichtig, denn nur wer sich gut behandelt fühlt kann sich entspannen.

Kosten für Marketingaktivitäten

Die Kosten für jede Form von Marketingaktivitäten belaufen sich maximal auf Entwurf und Druckkosten von Flyern und Visitenkarten sowie die möglichen Hostgebühren für eine Website. Ein weiteres Werbemittel wären, falls die Frage aufkommt, Gutscheine welche meine Kunden an Freunde und Familie verschenken können.

Nutzbarkeit bestehender Kundenkontakte

Noch habe ich natürlich keinen großen Stamm an Kunden aufbauen können. Allerdings will ich versuchen vermehrt mit Arztpraxen und Rehakliniken in Kontakt zu treten. Ich möchte versuchen, ca. 25-50% meiner Kunden aus dem Empfehlungen solcher Multiplikatoren zu ziehen.

Preis- oder Serviceorientierte Strategie

Ich wähle für mich die serviceorientierte Strategie. Ich möchte, dass meine Kunden sich in jeder Form gut betreut fühlen und meine Dienste im besten Fall wiederholt in Anspruch nehmen und ich durch zufriedene Kunden weiterempfohlen werde.

4. Wettbewerbssituation

4.1 Konkurrenzanalyse

Sind Ihre Mitbewerber eher einige große oder viele kleine Unternehmen oder haben Sie keine?

Im direkten Umkreis finden sich eher kleinere Unternehmen und Hotels welche ebenfalls Massagen anbieten. Allerdings muss man in den Hotels als Gast einchecken um diesen Service nutzen zu können, so dass ich die Hotels nicht als direkte Mitbewerber sehe, da sie eher Touristen ansprechen als die Berliner Bevölkerung.

Wo haben Ihre Mitbewerber Schwächen, wenn Sie es aus Sicht eines Kunden beurteilen sollten?

Die im Umfeld gelegenen Unternehmen haben entweder keine oder nur dürftig erstellte Internetauftritte. Auch wird online kein Leistungsportfolio angegeben. Der potentielle Kunde kann hier weder Einblicke in die Arbeit erhalten, noch anhand irgendwelcher Bewertungen einen ersten Eindruck aufbauen. Ebenfalls weiß der Kunde nicht, ob die Person welcher das Unternehmen gehört eine Ausbildung absolviert hat oder nicht. Der Kunde müsste also um die Arbeiten des Unternehmens kennenzulernen direkt einen Termin vereinbaren und sich vom Können oder „Nicht-Können“ des Masseurs überraschen lassen, womit die unverbindliche Suche nach einem passenden Unternehmen in diesem Fall nicht möglich ist.

4.2 Stärken- und Schwächenanalyse

Was sind die Stärken Ihres Unternehmens / wie heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab? (Zusatznutzen)

Ich bin ausgebildet und kombiniere in dem von mir geplanten Studio nicht nur mehrere Arten Massagen sondern sorge zudem auch für ein passendes Ambiente. Meine Kunden werden das Gefühl haben sich in einem Luxusurlaub zu befinden was die Entspannung extrem steigern wird.

Wie würden Sie die weitere Entwicklung der Marktsituation einschätzen? (Trendprognose)

Großstädte sind hektisch, sagt man. Allerdings liegt das am Alltag der Menschen. Man rennt zur Bahn, sprintet zum Büro, hat Unmengen Aufgaben und Verpflichtungen denen man Nachkommen muss und belastet sich nervlich und körperlich. Und so lange das so ist, wir die Marktsituation für Massage immer gut aussehen und der Trend wird sich kontinuierlich nach oben bewegen.

5. Unternehmensorganisation und Personalmanagement

5.1 Rechtsform und eventuell benötigte Genehmigungen?

Da ich die Firma als Einzelunternehmen/Kleinunternehmen starten möchte brauche ich nur eine Gewerbeanmeldung sowie ein Formular zur Anmeldung beim Finanzamt.
Über eventuelle Genehmigungen informiere ich mich zur Zeit noch.
Auch Versicherungstechnisch will ich mich noch ausführlich beraten lassen. (Hierzu die Kritik am Ende lesen)

5.2 Gestaltung der Personalstruktur? (Anzahl / Art / Gehälter)

Ich werde die Firma erst einmal ohne Personal aufbauen und nur die Zahl an Aufträgen annehmen die ich selbst gut bewältigen kann. Erst einmal will ich einen Kundenkreis aufbauen und mir einen Namen machen sowie die Leute von mir und meiner Arbeit überzeugen, dann kann ich immer noch darüber nachdenken ob und in welcher Form ich Personal benötige.

6. Risikoanalyse

Lösungen für folgende, möglicherweise auftretende Probleme

  • ausbleibende Kundschaft

Da Entspannung sowie das Beheben von Muskelverspannungen immer gefragt ist solange Menschen gestresst sind und eine Auszeit brauchen, oder durch Fehlstellungen des Skelettes auf Massagen angewiesen sind, mache ich mir um ein dauerhaftes Ausbleiben von Kundschaft keine Sorgen. Für den Fall das es zeitweise zu Kundenausfall kommt will ich finanzielle Reserven ansparen und die Zeit dann nutzen um Kurse/Weiterbildungen und ähnliches zu besuchen und mich weiter zu qualifizieren.

  • Auftreten von Nachahmern

Nachahmer gibt es im Bereich der Massage immer, da die Handgriffe nicht einzigartig sind. Hier zähle ich auf meine individuellen Ideen zur Behandlung und die Umsetzung der Massagen in Kombination mit dem Ambiente. Ich werde in jedem Fall dafür sorgen, dass meine Kunden zufrieden sind denn im Endeffekt entscheidet die Kundenzufriedenheit darüber, wer den Auftrag bekommt.

  • Erstarkung der Mitbewerber

Im Bereich der Massage kann ein Mitbewerber nur in dem Sinne stärker werden, das er sein Studio vergrößert, mehr Fachkräfte einstellt und somit mehr Kunden gleichzeitig behandeln kann. Allerdings würde das meinen Mitbewerber auch mehr Ausgaben bringen. Wodurch er auch schnell wieder fallen kann.

  • Mangel an qualifiziertem Personal

Bei der Arbeitnehmersuche:
Sollte ich irgendwann wirklich Mitarbeiter benötigen und keinerlei qualifizierte Arbeitnehmer finden werde ich Personal aussuchen, welches meiner Meinung nach wirklich Spaß und Interesse an der Arbeit mitbringt und diese Leute dann über Kurse und Weiterbildungen qualifizieren lassen. Wenn der finanzielle Aufwand für Weiterbildungen weiterhin dafür sorgt, dass die Kunden zufrieden sind und meinem Ruf nicht geschadet wird dann ist es mir das wert Geld in neue Angestellte zu investieren.
Bei beschäftigten Mitarbeitern:
Bereits beschäftigte Mitarbeiter würde ich ebenfalls über Weiterbildungen und Kurse qualifizieren. Als Arbeitgeber würde ich diese Kurse dann finanzieren, allerdings dann auch eine Anwesenheitspflicht voraussetzen. Soviel ich weiß kann man an einigen Instituten und Fachhochschulen direkte Firmenkurse buchen, in denen dann alle im Unternehmen arbeitenden Personen je nach Möglichkeit weiter qualifiziert werden. Ich würde auf jeden Fall niemanden der loyal zum Unternehmen steht und Spaß an seiner Arbeit hat wegen fehlender Qualifikationen entlassen sondern diese Person fördern, da man sich in einem Unternehmen auch abseits der Qualifikationen aufeinander einspielt und kennenlernt.

  • Forderungsausfälle

Mit Forderungsausfällen brauche ich nicht zu rechnen, da meine Dienstleistung vom Kunden immer direkt nach der Behandlung im Studio bezahlt wird.

7 Finanzierung

7.1. Dreijährige Umsatz- und Rentabilitätsvorschau

Die Vorschau bezieht sich auf einen erwarteten Mindestumsatz der sich aus folgender Rechnung ergibt:
3 Tage die Woche jeweils 3 Buchungen zu 100€ ergibt einen Wochenverdienst von 900€, dieses ergibt auf den Monat gerechnet 3600€ woraus sich der Jahresumsatz von 43.200€ vor Steuer ergibt.

 3 Jahresplanung

 1.Jahr

 2. Jahr

 3. Jahr

 erwarteter Umsatz (3.600,00€ monatlich) 43.200€ 43.200€ 43.200€
 Umsatzsteuer 8.208€ 8.208€ 8.208€
 Wareneinsatz (375,00€ monatlich) 4.500,00€ 4.500,00€ 4.500,00€

 Rohgewinn

 30.492,00€

 30.492,00€

 30.492,00€

Marketing

 Dauerhafte Werbung 400,00€ 400,00€ 400,00€
 Weiterbildungskosten 200,00€ 200,00€ 200,00€

 Gesamt

 600,00€

 600,00€

 600,00€

 Bürobedarf

 Telefon / Handy / Internet 400,00€ 400,00€ 400,00€
 Porto 200,00€ 200,00€ 200,00€

 Gesamt

 600,00€

 600,00€

 600,00€

 Recht & Absicherung

 Steuerberater / Rechtsberater 600,00€ 600,00€ 600,00€
 Beiträge betrieblicher Versicherungen 1.400,00€ 1.400,00€ 1.400,00€
 Sonstige Kosten 5.000,00€ 5.000,00€ 5.000,00€

 Gesamt

 7.000,00€

 7.000,00€

 7.000,00€

 Gewinn

 22.292,00€

 22.292,00€

 22.292,00€

An dieser Stelle empfehle ich deutlich die Kritik am Ende des Businessplans zu lesen.

7.2. 24-monatiger Liquiditätsplan

Auch hier die Kritik am Ende lesen.

7.3. Erläuterung zur Umsatzentwicklung

Ich habe die Umsätze für die berechneten 24 Monate anhand der möglichen Einnahmen errechnet, die ich bräuchte um meine Privatausgaben wie auch alle anfallenden geschäftlichen Kosten abdecken zu können und trotzdem einen Überschuss zu erwirtschaften. Ich rechne nach einer Anlaufphase von etwa 12 Monaten und dem Aufbau eines Kundenstammes allerdings mit höheren Einnahmen als den von mir dargestellten 3.600,00€ Umsatz monatlich. Aber selbst mit diesem Umsatz hätte ich jeden Monat einen Überschussbetrag von rund 1.509,00€ nachdem alle privaten wie auch geschäftlichen Zahlungen geleistet wurden. So könnte ich nach 1 Jahr einen Überschussbetrag von knapp 18.108,00€ vorweisen welcher sich bei einem gleichbleibenden Überschuss von 1.509,00€ monatlich jährlich um weitere 18.108,00€ steigern würde.

Businessplan ENDE


 

Businessplan Massage-Studio Manöverkritik:

Dieser Plan ist recht einfach. Er hat auch einige Fehler aber es hat für die Gründerin gereicht um ihr Ziel zu erreichen. Wäre sie meine Kundin gewesen ich hätte es nicht zugelassen, dass dieser so eingereicht wird. Allerdings genügte es den Verantwortlichen (Sachbearbeiter beim Arbeitsamt) zu sehen, das die Gründerin sich intensiv mit ihrem Thema auseinandergesetzt hat.

Einige Punkte wie das Marktvolumen sind weit weniger aufwendig ausgeführt, als wenn ihr diesen Businessplan für ein Darlehen bei der Kfw einreichen wollen würdet. An dieser Stelle müsst ihr eventuell noch ein wenig nachbessern.

Kritik:

Ich selber war mit einigen Punkten wie zum Beispiel die Kosten für das Marketing nicht einverstanden, diese sind viel zu gering. Selbst wenn die Gründerin in diesem Fall ein Händchen für Grafikdesign hat, unterschätzt sie doch deutlich Aufwand und Kosten. Sehr interessant finde ich den Punkt 4. Wettbewerbssituation, diese wird in einer Art „Interview“ dargestellt, für so einen kleinen Plan ist das OK, für Projekte, wo man sich Geld von jemandem leihen möchte, reicht das bei Weitem nicht aus.

No go´s

Was gar nicht geht, ist der Punkt 5 Unternehmensorganisation und Personalmanagement, dieser wurde viel zu lachs beantwortet. Die Rechtsform Einzelunternehmen halte ich auch für richtig, allerdings stören mich diese beiden Sätze:

Über eventuelle Genehmigungen informiere ich mich zur Zeit noch.
Auch Versicherungstechnisch will ich mich noch ausführlich beraten lassen.

So eine Aussage geht mal gar nicht, diese Infos sollte man sich auf jeden Fall vorher holen, das gehört definitiv in den Businessplan rein, allein schon um das Zahlenwerk realistisch zu erstellen. Denn: Unter gewissen Umständen kann man als Freiberufler tätig sein, in diesem Fall unterliegt man nicht der Gewerbeordnung und muss auch nicht auf das Gewerbeamt.

Katastrophe Finanzplanung

Wo soll ich anfangen? Der Punkt 7.1. Dreijährige Umsatz- und Rentabilitätsvorschau ist kompletter Mist. Sämtliche Zahlen sind in allen drei Jahren identisch. Das ist absolut unrealistisch. Kein Business läuft über drei Jahre konstant, das machen Preissteigerungen bei Waren, Medien, Abgaben und Mieten unmöglich. Im Idealfall hätte man hier drei Planungen machen können. Eine schlechte, gute und sehr gute Geschäftsentwicklung. Mit der schlechten Geschäftsentwicklung hätte man aufzeigen können, dass man trotzdem als Unternehmen bestehen kann. Hier hat es sich die Gründerin schlichtweg zu einfach gemacht. 400 € Werbung für ein ganzes Jahr???? Was soll das sein, ein paar Visitenkarten bei Vistaprint? Vernünftiges Marketing kann das nicht sein. Auch der Punkt Umsatzsteuer ist Quatsch, die Gründerin macht, einen Umsatz von 43.200 €, die exakte Vorsteuer darauf ist 8.208 €. So weit, so gut nun sind aber so gut wie alle Kosten vorsteuerabzugsfähig, dieses wurde überhaupt nicht eingeplant. Die Vorsteuerzahllast (Mehrwertsteuer) könnte also bedeutend niedriger sein. Weiterbildungskosten für 200 € pro Jahr? Ich kann es nicht fassen, was soll das sein ein Strickkurs an der Volkshochschule? Dagegen sind die Portokosten von 200 pro Jahr schon wieder etwas zu hoch, da die Gründerin in bar kassiert und keine Rechnungen verschicken muss frage ich mich, was das ist. 600 € für Rechtsanwälte und Steuerberatung, also ungefähr je 300 € diese Beratung zu diesem Preis möchte ich auch haben, solche Summen können recht schnell monatlich auflaufen.

Der Hammer sind jedoch die sonstigen Kosten diese liegen mit 5000 € p.a. Über allen anderen, welche sind das? Ladenmiete, Pkw-Kosten. Diese dreijährige Umsatz- und Rentabilitätsvorschau ist absoluter Bockmist und sollte auf keinen Fall auch nur annähernd für den eigenen Businessplan abgekupfert werden! 

Folgender Satz findet sich in Punkt 7.3 Erläuterung zur Umsatzentwicklung:

Ich rechne nach einer Anlaufphase von etwa 12 Monaten und dem Aufbau eines Kundenstammes allerdings mit höheren Einnahmen als den von mir dargestellten 3.600,00€ Umsatz monatlich.

Warum wird so etwas nicht in das Zahlenwerk eingepflegt? Die Erläuterung widerspricht dem Zahlenteil. In einem Bankgespräch, vorausgesetzt man hätte es mit diesem Plan überhaupt dorthin geschafft, hätte der Banker an dieser Stelle angefangen unangenehme Fragen zu stellen.

Fazit:

Um den Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit zu bekommen, mag der Plan ausreichend sein. Um bei einer Bank einen Kredit oder Darlehen zu bekommen, wäre es wahrscheinlich eng geworden.

Aber:

Wer einen guten Businessplan schreibt, wird noch lange kein guter Unternehmer, wer also einen Plan schreibt der nicht so gut ist muss also auch kein schlechter Unternehmer werden. Die ganze Businessplanschreiberei ist teilweise so überbewertet. Die Kammern und ARGEN verlangen zum Teil von den Gründern Wochenlage BWL-Kurse zu machen, um eine Tragfähigkeitsbescheinigung zu bekommen (Natürlich bei der IHK und HWK). Das ist zum Teil nichts anderes als Geldschneiderei und um die eigene Existenzberechtigung zu festigen.

Meine Meinung

Du bist gut in dem, was du machst? Dann mach es, konzentriere Dich darauf! Alle anderen Dinge, die dich vom Geld verdienen abhalten, kannst Du an externe Dienstleister abgeben!!! Selbstverständlich ist es gut als Unternehmer einen Überblick zu haben und seine Zahlen zu kennen. Trotzdem sollte man sobald ausreichende Liquidität vorhanden ist Personal einstellen oder Aufgaben an externe Dienstleister abgeben.[/sociallocker]

Businessplanwiki:
In dieser Kategorie veröffentlichen wir von uns erstellte und zur Veröffentlichung freigegebene Businesspläne oder Businesspläne, deren öffentliche Nutzung uns von Dritten genehmigt wurde. Diese Businesspläne abzuschreiben, ist nicht ratsam.

  1. Müssen die Zahlen nicht zu Ihnen und zu Ihrer Gründungsidee passen, es gibt keine Gewähr das diese Zahlen 100% richtig sind. Das fängt bei der Versteuerung an, sind Sie Kleinunternehmer, Umsatzsteuerpflichtig oder Freiberufler?
  2. Sind diese Businesspläne hier im Netz und auch bei Kammern, Verbänden und Banken bekannt.
  3. Genehmigen wir keine Weiternutzung. Wir übernehmen keine Haftung für den Inhalt der Pläne und daraus entstehender Gründungen.